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"Tribüne der Zeit" - unter diesem Namen erschien
seit 1. August 1954 eine Monatszeitschrift, die laut Untertitel
sich als "Familienmagazin für freie Meinung und
Diskussion" verstand. Als Herausgeber fungierte der
Gerichts- und Kriminalverlag oHG, der seinerzeit auch die
angesehene "Gerichts-Zeitung" herausgab.
Getreu dem Untertitel verstand sich das Magazin als Organ für
die Veröffentlichung von Leserbeiträgen. Themenschwerpunkt
hierbei war die Erziehung des Nachwuchses, wobei die Anwendung
körperlicher Züchtigungen eine wesentliche Rolle spielte. Diese
Ausführungen spiegelt das Erziehungsverhalten - insbesondere
auch die Anwendung von körperlichen Züchtigungen - in den 50er
Jahren wieder. Grund genug, in einem (diesem) Beitrag die
Leserzuschriften auszuwerten und teilweise zu veröffentlichen.
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Über die Ausführung der Körperstrafen
Viele der Beiträge beschäftigten sich damit, wie die
körperlichen Züchtigungen ausgeführt werden sollten
Ein wesentliches Moment ist in der Leserdiskussion das Höchstalter
für die Anwendung von Körperstrafen. In der Regel wird dabei
das 18. Lebensjahr angegeben, wobei allerdings einige Zuschriften
ausführen, daß die Prügelstrafe auch darüberhinaus - so bis
zum 21. Lebensjahr - angewandt und praktiziert wird.
Welche Hilfsmittel nun sollten bei
der Prügelstrafe angewandt werden? An erster Stelle aller
genannten Instrumente wird der Rohrstock
empfohlen. Über seine Beschffenheit äußerte sich eine Mutter
wie folgt:
"So kann festgestellt werden, daß vielfach die
notwendige Geschmeidigkeit des Rohrstockes unbeachtet bleibt. Es
sollte betont werden, daß für kleinere Kinder ein gerade
gewachsenes, dünnes und sehr geschmeidiges Stöckchen von vier
bis sechs Millimeter Durchmesser und sechzig bis siebzig
Zentimeter Länge, für große Jungen und Mädchen ein gerade
gewachsener, ausgesprochen biegsamer Rohrstock von sieben bis
acht Millimeter Durchmesser und fünfundsiebzig bis
fünfundachzig Zentimeter Länge im Mittel angemessen ist".
Der Rohrstock wird nicht nur für Schläge auf den Hintern,
sondern auch für Hiebe auf die Handflächen (sog.
"Tatzen") empfohlen:
"Für die Bestrafung unserer beiden Mädel, 11
und 13 Jahre, benutzt meine Frau ein ebenfalls biegsames
Stöckchen von 70 cm Länge, 0,8 cm stark. Sie erhalten die
Schläge nur auf die Handflächen".
Auch die Birkenrute fand Anwendung.
Ein Leser schreibt über dieses Hilfsmittel:
"Dann die Birkenrute, aus geschmeidigen Zweigen
zusammengebunden. Manche halten sie für zu "schlapp",
aber glauben sie mir, sie zieht gehörig, wenn sie richtig
gebraucht wird".
Neben dem Rohrstock werden als geeignete Zuchtmittel die
verschiedensten Arten von Peitschen
genannt. Eine Mutter von zwei Kindern schreibt:
"Es kann mich nicht irre machen, wenn einige mit
der Peitsche die Begriffe 'Mittelalter' und 'Mißhandlung'
verbinden werden. Ich habe die Lederpeitsche am eigenen Leib
erlebt wie an meinen Kindern und gefunden, daß sie nicht nur das
wirksamste, sondern auch das humanste aller Züchtigungsmittel
ist. Sie bereitet den größten momentanen Schmerz, aber ihre
Striemen verschwinden am ehesten und lassen die Züchtigung bald
vergessen. Deshalb bin ich für die Peitsche".
Die Klopfpeitsche ist dabei die in den Leserzuschriften
meistangewandte Peitsche. Über deren Beschaffenheit und
Wirksamkeit schreibt die Mutter einer 15jährigen Tochter:
"Bei uns gibt es ... immer Schläge mit einer
Klopfpeitsche. Es handelt sich dabei um ein Strafinstrument, das
aus einem kurzen dicken Stiel besteht, an dem fünf dünne, lange
Lederriemen hängen. Diese schmiegen sich beim Schlagen gut an
den jeweiligen Körperformen an. Außerdem hat eine solche
Peitsche den Vorteil, daß während der Züchtigung die
Schmerzhaftigkeit größer als beim Rohrstock ist... Mein Mann
war begreiflicherweise sehr böse und hat Uschi dieses Mal
besonders nachdrücklich versohlt. dadurch trafen die Riemen der
Klopfpeitsche mehrmals dieselben Stellen, das gab dann dort
blutunterlaufene Schwielen... Als endlich das Strafgericht
beendet war, bedeckten dicke, dunkelrote Striemen Uschis Po und
Schenkel bis zu den Kniekehlen".
Auch die "einfache" Lederpeitsche erfreute sich großer
Beliebtheit, auch deshalb, weil "sie sehr
handlich" ist:
"Falls neben Stock und Gerte auch die bewährte
kleine Lederpeitsche als Strafhelfer angewandt wird, ist darauf
zu achten, daß sie glatt und möglichst dünn und schmiegsam
ist. Sie hinterläßt weniger Spuren und ist bei den Missetätern
ihrer nachhaltigen Wirkung wegen sehr gefürchtet. Wenn ich sie
... benutze, gebe ich die Strafe auf den nackten Podex, um
Schäden zu vermeiden".
"Eventuell noch eine leichte, runde
Lederpeitsche aus weichem Leder, sie tut gute Dienste, vor allem
ist sie sehr handlich".
Oft wird die Hundepeitsche als die "einfache"
Lederpeitsche bezeichnet. Eine Mutter von zwei Kindern im Alter
von vier und fünf Jahren schreibt über die Anwendung von
Lederpeitsche (Hundepeitsche), Klopfpeitsche und Reitgerte:
"... daß für eine zwar nachdrückliche und
schmerzhafte, aber bald vorrübergehende Züchtigung eine
Lederpeitsche viel geeigneter ist. Sie tut zwar im Augenblick
weher als der Stock, aber durch die Weichheit und Schmiegsamkeit
des Leders werden die tieferen Schichten weniger in
Mitleidenschaft gezogen, daher verschwinden auch die Spuren der
Peitsche schneller als die des Rohrstockes... Ob man eine
einfache geflochtene oder eine Klopfpeitsche anwenden soll, wird
sich nach der "Schwere" der Missetat richten ... Daher
bin ich dafür, die Peitsche auf den entblößten Gesäß
anzuwenden. Ich glaibe, daß ich als junge Ehefrau von 24 Jahren
und Mutter zu diesem Thema gehört werden kann, denn ich habe bis
zu meiner Brautzeit die Peitsche meiner Mama zu spüren bekommen
- und war damals doch schon 18 Jahre! ...dafür legte sie uns
lieber auf die Bank, entblößte die Sitzfläche und gab uns die
Peitsche zu schmecken. - Das heißt, ich bin ungenau: sie besaß
deren zwei, eine dünne Reitgerte, die wir sehr fürchteten, weil
die Spuren meist eine Woche lang zu fühlen waren, und eine
geflochtene Lederpeitsche, die wahnsinnig weh tat, aber deren
Stiemen schneller verschwanden... Aufgrund dieser Erfahrungen
habe ich auch für mein Pärchen (Vier und Fünf) eine
Lederpeitsche angeschafft, nachdem ich es anfangs mit der
Reitgerte versucht hatte".
Daß bei einer strengen Züchtigung
sowohl Rohrstock als auch Peitsche miteinander Verwendung
finden können, schildert der Vater einer 17jährigen
Tochter:
"... bestanden wir bei der
Rückfälligen diesmal streng darauf, daß sie selbst ihr
Kleid ablegte und sich der Schlüpfer entledigte... bekam
sie vierzig ganz feste über den nackten Popo gezogen,
die Hälfte davon wieder mit dem dünnen Rohrstock, die
letzten zwanziig mit einer sehr biegsamen Lederpeitsche,
durch die die Haut weniger verletzt wird als durch den
Stock".Der Vollständigkeit halber
soll nicht unerwähnt bleiben, daß beispielsweise noch
der (Leder-)Riemen, die Gerte
und der (Teppich-)Klopfer in
den Leserzuschriften als weitere Hilfsmittel genannt
wurden.
Auch die Anzahl der Hiebe wurde in den Zuschriften eifrig
diskutiert. Häufig wurde als Regel angegeben:
"Anzahl der Hiebe je nach Lage der Dinge, sollte
aber die obligaten 25, höchstens 30, nicht übersteigen".
Waren jedoch die Verfehlungen zu arg, empfehlen zahlreiche Leser,
die Obergrenze auf 35, 40 oder gar 50 Schläge auszudehnen. Eine
solche Zuschrift schildert eine Züchtigung mit 50 Hieben, wie
sie ein Vater von fünf Kindern (zwei Mädel von 15 und 16
Jahren, drei Jungs u.a. von 18 und 19 Jahren) praktiziert:
"Wir mußte in das Arbeitszeimmer meines Vaters
kommen... Er teilte uns mit, daß er uns verhauen werde, wir
sollten auf unser Zimmer gehen und uns für die Abstrafung fertig
machen. Wir zogen uns dort aus, mein Vater kam, in der Hand die
bei ihm übliche Lederpeitsche, mit der er uns zu bestraen
pflegte. Wir legten uns quer über eine hölzerne Kommode und
erhielten abwechselnd jeder 50 Schläge langsam und kräftig
gleichmäßig verteilt über das Gesäß und die Oberschenkel
übergezogen. Jeder Schlag schmerzte unendlich, und wir brüllten
wie am Spieß, aber keiner wagte sich, aufzuspringen... Wenn nun
in zahlreichen Leserzuschriften darauf hingewiesen wird, daß man
eine derartige Anzahl von Hieben nicht aushalten kann, so muß
ich aus eigener Erfahrung das Gegenteil sagen, und ich glaube,
daß man ... schon einige Zeit zuschlagen muß, um eine
nachhaltige Wirkung zu erreichen".
Auch die Fesselung während einer
Züchtigung wurde von den Lesern diskutiert. Ein Schreiber
plädiert dafür, das Kind zur Ausführung der Prügelstrafe zu
fesseln, damit eine Prügelstrafe ordnungsgemäß ausgeführt
werden kann:
"Manche Eltern, die ganz gerne zur Strenge
übergehen wollten, weil ihre Ermahnungen nichts fruchten,
unterlassen die Versohlung des Töchterleins nur deshalb, weil
sie befürchten oder erfahren mußten, daß die Züchtigung in
eine Balgerei ausartet. ...nimmt die Unartige ihre wohlverdiente
Strafe nicht gutwillig hin, so muß ihr eben ihre
Bewegungsfreiheit entzogen werden, was durch Binden der Hände
und Füße erfolgen kann".
Und ein 18jähriges Mädel schildert ihre Abstrafungen mit Hilfe
von Fesselung und Rohrstock wie folgt:
"Untergebracht bin ich bei meiner sehr strengen
Tante, die auch noch zwei Kinder hat, einen Buben mit 11 Jahren
und ein Mädchen mit 15 Jahren. Es ist mir in meiner kurzen Zeit
meiner Anwesenheit schon aufgefallen, daß diese Kinder wegen
jeder Kleinigkeit Schläge bekommen... Vor etwa einem Monat kam
ich ... etwas zu spät vom Geschäft nach Hause. Ohne lang zu
reden, nahm meine Tante den Rohrstock... Als ich mich ... wehrte,
nahm sie eine Schnur und fesselte mir die Hände auf dem Rücken,
so daß ich mich nicht mehr rühren konnte und versetzte mir
mindestens 15 oder 20 Hiebe mit dem Rohrstock... seit dieser Zeit
bekomme ich regelmäßig wegen Geringfügigkeiten gleiche
Prügel, wozu mir immer zuvor die Hände zusammengebunden
werden".
Auch die Demütigung, in
insbesondere durch die Entblößung erfolgt, wird von den Lesern
als eine notwendige Erziehungsmaßnahme gewürdigt. Ein
17jähriges Mädel unterwirft sich einer solchen Beschämung mit
der Begründung, daß die Entblößung zur Verschärfung einer
Strafe gerechtfertigt sei:
"Und bei größeren Verfehlungen gibt es sogar
das doppelte Quantum und - um ganz erhlich zu sein - dann auf den
völlig Bloßen, worüber ich mich, da ich schon sehr groß bin,
besonders schäme: Aber Mamuschka sagt, daß auch bei der
Bestrafung verschiedene Abstufungen notwendig seien, weshalb die
Hosen runter müßten und sie selbst wäre früher nur immer so
gestraft worden. Es leuchtet mir ein, daß die Entblößung eine
wesentliche Verschärfung der Strafe darstellt, da sie peinlicher
ist und das dünne Röhrchen auf den nackten Popo noch heftiger
zieht".
Ein weiterer Leser schlägt verschiedene Arten der Demütigung
bei der Prügelstrafe an Mädchen vor:
"Ansonsten dürfte die Strafe besonders
demütigend ausgeführt (vor Dritten, Mitzählen der Hiebe,
anschließend Ecke stehen), bedeutend wirkungsvoller und
heilsamer sein, als im Allgemeinen".
Zahlreiche Leserbeiträge befürworten die Aufstellung von Strafordnungen,
damit die Kinder wissen, "woran sie sind".
Ein Beispiel einer solchen Zuschrift:
"... legte sie an einem Sonnabend abends ...
einen neuen, etwa 80 cm langen, biegsamen Rohrstock und eine
Reitgerte ohne Schmitze vor mich auf den Tisch. Gleichzeitig
übergab sie mir die Abschrift eines maschinen geschriebenen
Bogens... Sie ging das mit 'Strafordnung' bezeichnete
Schriftstück mit mir durch. In dieser Strafordnung waren alle
nur möglichen Vergehen, denen ich mich möglicherweise schuldig
machen konnte, in sieben Stufen eingeteilt, in der Weise, daß
bei jeder Stufe bezeichnet war, was darunterfallen sollte. Unter
jeder Stufe war ein für allemal die Strafe bezeichnet und
festgelegt. Das fing z.B. bei der Stufe 1 an mit: '5 Schläge auf
den Hosenboden mit dem Rohrstock', bei Stufe 3 hieß es: '10
Schläge auf den Nackten mit dem Rohrstock' und bei Stufe 7 hieß
es: '25 Schläge auf den Nackten mit der Reitgerte'".
Auch das Führen eines Strafregisters habe eine heilsame
Wirkung, wie eine Leserzuschrift feststellt:
"Eine mir bekannte Dame, die zwei Töchter
allein zu erziehen hat, läßt die Halbwüchsigen gleich nach
jeder Züchtigung in ein Heft einschreiben, warum, wieviele,
womit, wohin und mit welcher Wirkung die Schläge erfolgt sind.
Sie gibt an, das Nachlesen dieses Strafregisters habe eine
heilsame Wirkung auf die beiden Mädchen".
Erzieher / Eltern über die körperliche Züchtigung
Ein Vater schreibt, daß gerade die Prügelstrafe Kinder in
den Flegeljahren kurieren würde. Über die Anwendung des
Rohrstocks u.a. bei seiner 16jährigen Tochter äußert er sich
wie folgt:
"Mit Interesse verfolge ich die Diskussion um
die körperliche Züchtigung bei Kindern und Jugendlichen. Für
eine solche Bestrafung sind meist nur Eltern von mehreren
Kindern, dagegen sind meist kinderlose Theoretiker, die glauben,
berufen zu sein, den hier völlig unangebrachten Humanismus
propagieren zu müssen. Ich selbst ... muß sagen, daß ich mit
einer ordentlichen Tracht Prügel stets am besten durchkomme...
Kinder wollen ihre Freiheiten haben und sie werden im
entsprechenden Rahmen auch zugelassen, aber in den sogenannten
Flegeljahren wird oft übers Ziel geschossen...".
Und ein weiterer Leser stellt über die Erziehung in den
Flegeljahren kurz und bündig fest:
"Mit der wachsenden Erkenntnis, daß eine
strenge Erziehung immer noch die beste Erziehung ist, werden die
unangenehmen Seiten der Flegeljahre wieder verschwinden".
Ein Vater schlägt seine 16jährigen Tochter, weil er sein
Kind liebt:
"Für Unarten ... habe ich kein Verständnis,
sondern dann ist eine ordentliche Tracht Prügel immer am
Platze... Ich gehe ... von der Überzeugung aus, daß eine
fühlbare und harte Bestrafung im Elternhaus einem Kinde bis zu
18 Jahre (Junge oder Mädel) weder körperlich noch seelisch
schaden kann... Wenn sich auch ein Fräulein Tochter beleidigt
fühlt, wenn es vom Vater mal tüchtig Wichse erhält, später
ist es dankbar, zu einem ordentlichen Menschen erzogen worden zu
sein. Eben weil ich mein Kind liebe, will ich es zu einem guten
erziehen in der Absicht, es ein für allemal von strafbaren
Handlungen abzuhalten... Am ungefährlichsten ist immer wieder
die Tracht Prügel auf das Hinterteil, jedoch muß der Erzieher
beherrscht und sinnvoll strafen. So wie meine Kinder viel Liebe
entgegengebracht bekommen, erfahren sie auch harte Strafe, wenn
es nötig ist...".
In einer Leserzuschrift tritt ein Lehrer für die Anwendung
körperlicher Züchtigungen ein, damit "verbotene
Handlungen" unterbleiben:
"Warum soll die körperliche Züchtigung falsch
sein? Wenn man einmal darüber nachdenkt, welchen Sinn
Erziehungsmaßnahmen haben, dann kommt man doch zu folgendem
Ergebnis: Der zu Erziehende soll nachdrücklich über die
Gefährlichkeit, das Verbotene usw. einer Handlung belehrt
werden. Diese Belehrung soll so eindringlich sein, daß sie eine
lange Zeit wirkt und nicht wiederholt werden braucht. Will das
Kind eine 'verbotene Handlung' begehen, so soll sofort das
Erinnerungsbild auftauchen, so daß eine beabsichtigte Handlung
unterbleibt. Nun sind die Triebe, die das Kind in seinem Tun
beherrschen, meiner Ansicht nicht gleich stark und vor allem
selten so stark, daß sie nicht gehemmt werden könnten".
Auch zur Erlernung des Gehorsams sollte der Rohrstock helfen:
"... Bei anderen Kindern wieder muß hie und da
der Rohrstock nachhelfen, um dem Kinde das Bewußtsein zu geben,
daß es gehorchen muß... Es dürfte nicht soweit kommen, daß
die Jugend unter Hinweis auf die heutige Zeit sich Freiheiten
nimmt, die als ungebührliches Benehmen und Lümmelhaftigkeit
ausartet. Es war schon immer so, daß Lüge und Trotz, Frechheit
und Arroganz, Überheblichkeit und Faulheit der Anfang aller
Übel war, daran ändert auch due heutige Zeit nichts und deshalb
müßten alle Eltern und Erzieher darauf achten, daß die Kinder
keines dieser Übel als die sogenannte Freiheit der neuen Zeit
betrachten".
Ein Vater einer 18jährigen Tochter schlägt vor, zumindest
bis 18 Jahre bei jeder Untat den nackten Hintern auszuhauen:
"Eine kräftige Züchtigung auf das völlig
entkleidete Hinternteil ist die wirkungsvollste Strafe für
Kinder. Die Strafe muß gerecht und im rechten Augenblick erteilt
werden, dann ist es zu ihrem Vorteil. Ich bin der Überzeugung,
daß wir 50-60% weniger straffällig werdende Jugendliche
hätten, wenn man schon in der Schulzeit mit der körperlichen
Züchtigung als Haupterziehungsmittel vorginge".
Ein weiterer Leser plädiert für Bestrafungen auch bei
kleineren Vergehen, da sich Kinder dann umso mehr Mühe geben
würden, zu parieren:
"Wenn ein Kind seine Eltern lieb hat, ist es
auch bereit, ihnen zu folgen, und wenn es sich etwas zu schulden
kommen läßt, ist es bereit, diese Schuld zu bekennen und durch
eine angemessene Strafe zu sühnen, damit die Schuld, die nun
seiner Liebe im Wege steht, möglichst bald beglichen wird. Wenn
seine Bindung zum Erzieher stark genug ist, wird es sogar
einsehen, daß auch kleinere Vergehen bestraft werden müssen.
Solche Kinder können noch mit 18 Jahren, wenn sie Strafe
verdient haben, dem Erzieher den Rohrstock bringen, ihr Gesäß
entblößen und die gewünschte Strafstellung einnehmen. Auch
einer sehr strengen Züchtigung widersetzen sie sich nicht und
zeigen hinterher keine Spur von Trotz, sondern sind für die
Wiederversöhnung herzlich dankbar. Diese Kinder bedauern ihr
Vergehen, begreifen die Notwendigkeit der Strafe und werden durch
sie gebessert. Wenn der Erzieher streng mit ihnen ist, geben sie
sich um so mehr Mühe, zu parieren".
Betroffene über die Züchtigung
Aus den Zuschriften eines Großteils von Jugendlichen geht
hervor, daß sie die Prügelstrafe als Erziehungsmittel
akzeptieren. Ein 19jähriges Mädel schreibt:
"Ich habe zwar sehr viele, aber nciht zu viele
Hiebe gekriegt... Mir sind jedenfalls die Hiebe nur gut bekommen
und ein paar blaue Striemen auf dem Hinterteil sind ja ganz
gesund und bestimmt keine 'Mißhandlung'. Die Hiebe kriegte ich
mit einer dünnen, aber starken, biegsamen Gerte, später, als
ich schon 15 und 16 war, manchmal auch mit der Klopfpeitsche...
Also kann auch ein weiblicher Wildfang mal des öfteren eine
strenge Züchtigung vertragen".
Für ein 17jähriges Mädel ist die körperliche Züchtigung
die humanste Strafe, die sie kennt:
"Obwohl ich auch noch zu den 'Betroffenen'
gehöre, glaube ich, daß diese Art der Bestrafung richtig ist,
denn sie ist in Wirklichkeit die humanste, die ich kenne. Unter
meinen Freundinnen sind einige, die ebenfalls noch durchgehauen
werden, wenn sie etwas ausgefressen haben, und einige, die andere
Strafen erhalten. Ohne Strafe geht es bei keiner, aber die
anderen Strafen sind meistens viel schlimmer. Das finde ich
deshalb, weil Schläge nicht lange dauern. Wenn man sie
überstanden hat, ist die Übertat gesühnt und man hat kein
schlechtes Gewissen mehr. Meine Eltern tragen nichts nach und
sind hinterher genau so freundlich wie sonst. Es ist dann ganz
so, als ob man nichts getan hätte. Andere Strafen dauern meist
länger und das ganze Leben zu Hause ist dann fürchterlich. Wenn
meine beiden jüngeren eschwister oder ich Schläge bekommen
sollen, so sprechen unsere Eltern mit uns erst in Ruhe darüber
und erklären uns, warum die Strafe jetzt gerecht und notwendig
ist. Das haben wir dann fast immer eingesehen. Aber trotzdem
haben wir durch Bitten nicht erreichen können, daß wir dann
nicht geschlagen wurden... Trotz meiner 17 Jahre finde ich, daß
eine Tracht Prügel keine Folterung und auch keine Demütigung
oder Schändung ist... Bei uns sieht es niemand als eine Schande
an, wenn man Durchgehauen wird...".
Ein fast 18jähriger Knabe schreibt, daß ihm und seinen
Geschwistern (zwei Schwestern 15 und 16 Jahre alt und zwei
Brüder 12 und 13 Jahre alt) jedesmal die Eltern leid getan
hätten, wenn sie geschlagen wurden, "weil wir gegen diese,
die uns so gut sind, so ungezogen waren...":
"... Trotzdem sind wir unseren Eltern deswegen
nicht böse, im Gegenteil. Denn wir wissen ganz genau, daß wir
das alles selbst verschuldet haben. Es liegt nun an uns selbst,
uns so zu benehmen, daß uns die sehr schmerzhaften Hiebe
überhaupt ganz erspart bleiben. Jedesmal, wenn einer von uns die
sehr fruchbaren Schmerzen auf den Hintern zu spüren bekommt, tun
uns allen nicht die noch so schmerzhaften Hiebe leid, sondern
unsere Eltern, weil wir gegen diese, die uns so gut sind, so
ungezogen waren, oder weil wir sie angelogen haben. Kurz nach den
erhaltenen schmerzhaften Hieben bitten wir alle unsere Eltern um
Verzeihung und geloben, 'nie wieder' Grund zu Hieben zu
geben".
Für viele Jugendliche ist eine körperliche Züchtigung sogar
wichtig, um nicht mit dem Strafgesetzbuch in Berührung zu
kommen. Ein 21jähriger Bürogehilfe führt dazu aus:
"... denn ich habe bei mehreren früheren
Schulkameraden festgestellt von denen ich genau weiß, daß sie
zu Hause nie Prügel bezogen haben, die häusliche Humanität
sehr geschadet hat. Sieben Jungen von meiner Schulklasse sind
bereits ... vorbestraft... Betonen muß ich, daß alle Jungen von
sehr ordentlichen, aber auch sehr humanen Eltern abstammen".
Ein 21jähriges Mädchen bezeichnet das Zusehen einer
körperlichen Züchtigung bei ihren ein und zwei Jahre jüngeren
Schwestern als besonders erzieherisch:
"Irgend erwas Beschämendes haben meine
Schwestern und ich nie empfunden, wenn wir uns zur Abstrafung die
Hosen ausziehen mußten... Ich kann aus meinen eigenen
Erfahrungen nur empfehlen, die Strafen ruhig vor den Augen der
anderen Geschwister durchzuführen. Auf mich jedenfalls hat das
Zusehen, wenn eine meiner Schwestern Schläge mit dem Rohrstock
bekam, immer sehr abschreckend gewirkt. Hierbei scheint es mir
notwendig, die Züchtigung auf den nackten Popo zu vollstrecken,
denn gerade zusehen zu müssen, wie das spanische Rohr Schwielen
zieht, ist besonders erzieherisch... In ihrer erzieherischen
Wirkung aber haben sie bei ihrer heilsamen Schmerzhaftigkeit, wie
ich aus eigener Erfahrung bei meinen Schwestern und mir durchaus
bestätigen kann, doch oft einen nicht zu verachtenden Erfolg
aufzuweisen. Ich wenigstens sehe heute ein, daß Muttis Erziehung
eine sehr vernünftige war und daß auch mir als Mädel der Stock
nichts geschadet hat".
Lernen mit Schlägen
In den Zuschriften an die Tribüne der Zeit wurde auch die
Frage diskutiert, ob durch körperliche Züchtigungen mindere
Leistungen gebessert werden können:
Ein Mädel schreibt:
"Soll nur der mangelnde gute Wille durch Strafe
herausgebildet werden oder sind auch schlechte Leistungen
straffällig, die einfach mit Können oder Nichtkönnen
zusammenhängen? Der erste Teil dieser Frage wird meistens
bejaht. Das heißt, Faulheit, Sturheit, Unaufmerksamkeit soll mit
dem Stock geahndet werden. Wie steht es aber mit schlechten
Leistungen, die anderen Ursprung haben? Meine eigenen Erfahrungen
hat mir gezeigt, daß manche mindere Leistung durch Strafen
gebessert werden kann, auch die, von der das Kind behauptet:
besser kann ich es beim besten Willen nicht. Man soll sich hier
nicht täuschen lassen und zunächst solche Entschuldigungen
nicht gelten lassen. Man soll der Sache auf den Grund gehen und
auch hier den Stock anwenden. Erst dann kann der Erzieher hiervon
Abstand nehmen, wenn es sich innerhalb von vier bis sechs Monaten
zeigt, daß trotz Hiebe alles beim alten bleibt. Aber es gibt
leider Fälle, wo die Entschuldigung: ich kann es eben nicht, nur
eine faule Ausrede ist".
Nicht unerwähnt soll bleiben, daß sich die Leistungen dieses
Mädchens in einer Sportschule gebessert haben.
In einer Leserzuschrift wird geschildert, wie Übungsfehler
bei einer Zirkusprobe korrigiert wurden:
"Bald erfuhren wir auch, daß er einer strengen
Erziehung unterlag. Besonders streng war seine Lehrmeisterin, die
ihn bei der Zirkusprobe mit einer Reitgerte zu Höchstleistungen
antrieb. Ein paarmal war ich selbst Zeuge einer solchen Probe.
Der Bube hing in der Longe und übte Saldos. Wenn die Leistungen
nicht gut und exakt durchgeführt wurden, dann setzte es
schneidig geführte Peitschenhiebe über die Beine, daß der
Junge jedesmal aufschrie".
Ein 19jähriger schildert, wie die Schularbeiten durch
Schläge u.a. bei ihm und seinen 15 und 16 Jahre alten Schwestern
überwacht wurden:
"Zu unserer Erziehung, vor allem für die
Überwachung unserer Schularbeiten wurde nach dem Kriege eine
Lehrerin ins Haus genommen... Im Herbst letzten Jahres teilte
mein Klassenlehrer meinem Vater mit, daß meine Versetzung zu
Ostern gefährdet sei, wenn ich mich nicht mehr anstrengen
würde... Seit diesem Tage wurde die etwas gelockerte Disziplin
durch unsere Erzieherin wieder straffer und bei Durchsicht der
Schularbeiten lag der Rohrstock griffbereit auf dem Tisch. Hatten
wir nicht ordentlich gelernt oder aber unsere Arbeiten flüchtig
gemacht, mußten wir uns über die Sofalehne oder den Tisch
bücken und erhielten eine Anzahl durchziehender Schläge mit dem
etwa einen Meter langen dicken Rohrstock...".
Mädchen und Züchtigungen
In den verschiedensten Leserzuschriften wurde auch recht
intensiv über die Anwendung von körperlichen Züchtigungen bei
Mädchen diskutiert. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die
Leser für gleiche Strafen bei Jungen und Mädels eintreten, da
ansonsten der Gerechtigkeitssinn darunter leiden würde. In der
Regel sollten Mädchen bis zum 18. oder 19. Lebensjahr
gezüchtigt werden, wobei einige Leser - darunter auch die "betroffenen"
Mädels selbst - bis zum 21. Lebensjahr Stock- und Peitschenhiebe
befürworten.
Bei der Mädchenerziehung wird empfohlen, das Mädel
durchschnittlich einmal wöchentlich zu schlagen, um "für
entsprechenden Gehorsam zu sorgen". Ein Leser
empfiehlt insbesondere, junge Damen in den Flegeljahren durch
nicht zu seltene Behandlung des Hintern von Unarten abzuhalten:
"Wer täglich die vielen Ungezogenheiten, vor
allem größerer Mädchen, mit ansieht, der wundert sich nicht,
daß die Mehrheit der befragten Eltern entschieden für kräftige
häusliche Prügelstrafen ist.
Unverständlich erscheint, daß häufig eine niedrige
Altersgrenze vorgeschlagen wird. Die Ungezogenheiten kleiner
Mädels sind doch meist Kindereien, durch mangelnde Einsicht und
Überlegung entstanden. Da wird doch fast immer genügen, wenn
die Rute bereitliegt und das Mädel genau weiß, daß diese im
Ernstfall feste über den Podex klatscht.
Aber mit 12 oder 13 Jahren sieht es schon anders aus, da beginnen
die Flegeljahre und freche Antworten, störrisches Benehmen,
Faulsein in der Schule und Umgehen jeder häuslichen Arbeit sind
an der Tagesordnung und bringen die Eltern in Verzweiflung! Da
also und in den folgenden Backfischjahren wird es notwendig sein,
durch nicht zu seltene Behandlung des nun schon wohlgepolsterten
Hinterteiles für entsprechenden Gehorsam zu sorgen. Ob das noch
mit der Rute wirksam ist, bezweifle ich und sind sicher Stock und
Gerte geeigneter, von Unarten abzuhalten.
In vielen Fällen wird auch die bereits berufstätige 'junge
Dame' mitunter verdienen, über den Diwan gelegt zu werden und
mit Striemen übers Sitzfleisch belohnt zu werden. Verbotener
Umgang, ungeeignete Lektüre, spätes Heimkommen, sinnlose
Geldausgaben, mangelnde Kleiderpflege, freche Lügen u.ä. lassen
sich kaum auf die Dauer anders austreiben, als mit Klopfer und
Riemen. Und speziell alleinstehende Mütter sollten sich nicht
überumpeln lassen, sondern ihren Willen streng durchsetzen und
auch die 'große Tochter' nicht zu selten versohlen.
Nachgiebigkeit und Schwäche schaden beiden Teilen mehr, als
Konsequenz und Unerbittlichkeit bei der Abstrafung.
Die Häufigkeit sollte allerdings von dem Benehmen des Mädels
abhängen, der Durchschnitt mag bei einmal wöchentlich liegen,
um nicht alltäglich zu werden, was abstumpfend wirken
würde...".
Ein Leser ist gar der Auffassung, daß Mädchen härter
angefaßt werden müßten als Jungen:
"... vertrete ich hier noch einmal die
unerschütterliche und felsenfeste Überzeugung, daß Mädchen
nicht nur genauso, sondern oft noch mehr Prügel haben müßten
als Jungens".
Daß gerade bei Mädels die körperliche Züchtigung eine
wirk- und heilsame Erziehungshilfe ist, schreibt ein weiterer
Leser:
"Bekannte von uns, die mehrere Töchter haben,
machten die Feststellung, daß gerade heranwachsende Mädels eine
weiche Erziehung und elterliche Nachgiebigkeit als Schwäche
ansehen und sich auch danach verhalten. Sehr viele Mädcheneltern
wenden mit gutem Erfolg körperliche Strafen für ihre Töchter
an und empfehlen die körperliche Züchtigung als wirk- und
heilsame Erziehungshilfe gerade bei Mädels. Selbst häufige und
kräftige Hiebe werden von den meisten Mädchen den sogenannten
humanen Strafen vorgezogen, vorausgesetzt, daß diese wissen,
daß ihre Eltern gerecht und aus Liebe strafen".
Ein anderer Leser befürwortet Schläge bei Mädchen, um sie
auf den rechten Weg zu führen:
"Auch die gefährdete weibliche Jugend unserer
Tage bedarf, um auf den rechten Weg geführt zu werden, einer
guten und strengen Erziehung".
Eine Frau schreibt, daß Züchtigungen gerade bei Mädchen
einen guten Einfluß haben:
"Ergänzend möchte ich noch sagen, daß viele
Mädchen mit 14 - 16 Jahren ordentlich strenge Hiebe am meisten
gut täten. Bei mir war es jedenfalls so".
In den Leserzuschriften wird dafür plädiert, daß
selsbtverständlich auch Männern Mädchen schlagen dürfen und
sollten:
"Ich kann eines nicht verstehen, daß immer den
Männern das Recht, bei den Mädchen zu strafen, abgesprochen
wird... Ich bin für Rohrstock-Züchtigungen. Aber dann für
Mädchen und Buben und gleiches Recht auch für den Mann".
Rob B. Miller
1990
Zum
Teil 2
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