Geschichte des SCPL

Geschichte des SCPL

 

Die Vorgeschichte

            Den Hauptanteil an der Vorgeschichte tragen die pennalen landsmannschaftlich orientierten Corporationen in Wien und in Linz, nämlich e.v. ÖML Ottonia zu Linz und e.wh. KÖML Corps Victoria zu Wien. In der Zeit ihrer Gründung (1953) schaffte es Ottonia nicht, so wie manch andere Mittelschullandsmannschaft – als Beispiel sei hier Tegetthoff in Wien genannt – in den MKV aufgenommen zu werden und legte diesen Gedanken daher beiseite. Ottonia war aber nicht untätig und gründete im 10. Jahre ihres Bestehens eine Tochterverbindung in Wien nämlich Victoria, welche ebenfalls verbandsfrei blieb, allerdings gute Kontakte zum Bund der KÖL pflegte und noch immer pflegt. Der Gedanke an einen eigenen Verband mag damals wohl schon im Keime vorhanden gewesen sein, ist aber in dieser Phase der Verbindungsgeschichten nicht belegbar. Respektive ist es auch nicht sehr sinnvoll, mit zwei Corporationen an die Gründung eines Verbandes heranzutreten.

Die diesbezügliche Lage änderte sich schlagartig, als in Graz e.v. KÖML Staufia ihren Betrieb wieder aufnahm, denn damit war unter den verbandsfreien Mittelschullandsmannschaften sozusagen der „Biersumpf“ beendet, und das „Tres faciunt collegium“ erlangte nun seine Gültigkeit. Dies schlug sich zuerst darin nieder, daß Staufia am 16. Juni 2001  mit Ottonia das Freundschaftsband tauschte und ein paar Monate später am 40. Stiftungsfest in Wien auch mit den Victoren. Der Grundstein zum SCPL war damit im Prinzip gelegt. Es gab nunmehr drei verbandsfreie landsmannschaftliche Pennalien, von denen jede durch ein Freundschaftsabkommen an beide andere gebunden war. In dieser Zeit wurde von einigen Victoren schon sehr lautstark über einen eigenen Verband nachgedacht. Die Bezeichnung SCPL, die sich dann ja letztendlich durchgesetzt hat, geht bereits auf diese Zeit zurück. Man war sich aber noch nicht sicher – auch in Gesprächen mit den anderen Corporationen  ob sich ein vereinsrechtlich angemeldeter Verband bei drei Corporationen, die ohnedies durch Freundschaftsabkommen verbunden sind, schon auszahlt.

Die Wende brachte hier eine Einladung. Als man nämlich erfuhr, daß e.v. KÖML Austria Wolfsberg, welche sich soeben gegründet hatte, zu ihrem Publikationskommers einlädt, erregte dies natürlich größtes Interesse in Wien und in Linz. In Graz wußte man ohnedies früher davon, schon auf Grund der räumlichen Nähe. Staufia hat auch am schnellsten auf die Gründung reagiert und so erhielten zwei der drei Gründungsburschen Austriae, nämlich die Bundesbrüder Ixon und Mercutio schon bald nach der erfolgten Gründung das Band Staufiae als Bandburschen. Mit dem Vorhandensein einer vierten Corporation war im Prinzip der Bann gebrochen und die Sache mit dem eigenen Verband kam ins Rollen.

 

Die Gründung

            Die Gründung selber erfolgte dann auf Initiative der Victoria und ist im Wesentlichen mit zwei Namen verbunden: Manfred Winkler v. DDr. cer. Sigurd sowie DI Otto J. Schweizer v. Cethegus. Jedenfalls nützte man die Gelegenheit, die sich durch die Publikation der Wolfsberger ergab, sofort. Nach einigen Telephonaten stand fest: diesen Kommers im schönen Kärnten würden die pennalen Landsmannschaften aus Graz, Linz und Wien nicht nur mit Chargierten besuchen, sondern, was in diesem Falle dann viel entscheidender war, mit befugten Corporationsdelegierten. Die Gründungsurkunde wurde von DDr. Sigurd entworfen und von den Victoren nach Wolfsberg mitgenommen, wo sie im Vorfelde des Publikationskommerses Austriae von je einem Corporationsdelegierten unterfertigt wurde. Mit diesen Unterschriften erfolgte somit am 4. Oktober 2003 in Wolfsberg die Gründung des SCPL.

Ixon, AtW; Dr. Neppo, StG; Riddler, VcW; Ogy, OtL

Ebenso hatte man sich in Wolfsberg darauf geeinigt, den neuen Verband auch rechtlich auf eigene Füße zu stellen und ihn offiziell bei der Vereinsbehörde anzumelden. Aus praktischen Gründen wurde dafür Wien als Standort angenommen. So machten sich nun DDr. Sigurd und Cethegus daran, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Einerseits schufen sie – hier vor allem DDr. Sigurd – die Verbandsstatuten und standen andererseits dem Verband selber auch als Proponenten für die vereinsrechtliche Gründung zur Verfügung. Quer über alle Corporationen herrschte hierbei Einigkeit, daß man auf übertriebene Einflußnahme durch den Dachverband oder durch überproportionale Verbandshierarchien – Beispiele aus anderen Verbänden sind ja zur Genüge bekannt – durchaus verzichten kann. So kam es eben zu der, in den Statuten jederzeit nachlesbaren, sehr einfachen und fast als minimalistisch zu bezeichnenden Strukturierung des SCPL.

Nachdem also am 4. Oktober die Gründung erfolgt war, war es bereits am 10. Oktober soweit, daß die Vereinsbehörde der Statuten des neuen Verbandes ansichtig wurde. Am 11. November war die Untersagungsfrist sodann abgelaufen und der SCPL hatte seine Rechtspersönlichkeit erhalten. Also gingen die obgenannten Proponenten noch in derselben Woche daran, die Vereinstätigkeit offiziell aufzunehmen. Dies erfolgte auf einem 1. SC, der via Internet im Prinzip an allen vier Corporationsstandorten abgehalten wurde. Zweck dieses SC waren nur zwei Dinge: für die Behörde festzustellen, welche Corporationen dem Verband angehören sowie die Wahl des ersten Vorstandes und der ersten Vorsitzenden Corporation, worauf man sich allerdings ohnehin in den Gesprächen im Vorfeld geeinigt hatte. Somit hatte nun Victoria den ersten Vorsitz inne. Der erste Convents-ChC bestand aus folgenden Personen:

C-X

DI Otto J. Schweizer v. Cethegus

VcW

C-XX

Christoph Zechner v. Mercutio

AtW, StG

C-XXX

Gerhard Michenthaler v. Soffokles

VcW

C-XXXX

Manfred Winkler v. DDr. Sigurd

VcW

 

Das erste Auftreten:

Damit war einmal alles an Grundlagen gewährleistet, um die Vereinstätigkeit nicht nur juridisch sondern auch real aufnehmen zu können. Da die nunmehrige Existenz des Verbandes allein nicht den Fortbestand desselben zu sichern in der Lage ist, war es an der Zeit, das mehr oder weniger im Geheimen Vorbereitete an die Öffentlichkeit zu tragen. Dies geschah an dem ohnehin dafür angepeilten Termin, nämlich der Bundestagung des KÖL vom 14. bis zum 16. November in Innsbruck. Da Victoria auf Grund eines Einzelabkommens mit dem KÖL Sitz auf der BuT hat, ließ es sich der Herr Senior Victoriae Patrick Berger v. Riddler logischerweise nicht nehmen, der Bundestagung persönlich von der Existenz des neuen Verbandes zu berichten. Am abendlichen Kommers war es dann das erste Mal, daß das vollständige Chargierten-Corps des SCPL bei einem anderen Verband auftrat.

Daß für den ersten öffentlichen Auftritt des SCPL gerade die BuT des KÖL gewählt worden war, ist darauf zurückzuführen, daß zwischen diesen beiden Verbänden auf Grund des landsmannschaftlichen Charakters ein natürliches ideologisches Naheverhältnis besteht. Wenn man auch an dieser Stelle anführen muß, daß zwar die einzelnen Corporationen des KÖL den neuen Verband mit Wohlwollen und Freude empfangen haben, die Angehörigen des BuChC dagegen äußerst reserviert, wenn nicht gar unfreundlich reagiert haben. Im gesamten betrachtet war das erste Auftreten des SCPL aber durchaus erfolgreich, was auf eine blühende Zukunft für die nächsten Semester und Jahre hoffen läßt.

 

Das erste Verbandsjahr:

Nachdem nun die vereinsrechtlichen Dinge alle erledigt waren und auch das erste öffentliche Auftreten über die Bühne gegangen war, konnte und mußte man sich anderen Dingen zuwenden, die für den Verband zwar notwendig sind, aber vorerst keine allzuhohe Dringlichkeit hatten. Vieles davon entsprang auch dem notwendigen Übergang von der Euphorie der Gründung zum couleurstudentischen Alltag. Zu diesem Zweck berief der C-ChC für den 13. Dezember 2003 den 2. SC der Verbandsgeschichte nach Wien ein.

Der administrative Teil beschäftigte sich hauptsächlich mit der notwendigen Regelung der internen Verbandsangelegenheiten. Festzuhalten wäre hier nur, daß sich der Convent auf den Verbandswahlspruch „Dir Österreich gebührt die Treu’“ einigte sowie das von Bbr. Cethegus im Oktober selben Jahres zur Melodie von „Schwört bei dieser blanken Wehre“ verfaßte Lied „Scharet euch, ihr treuen Brüder“ als Bundeslied (Verbandshymne) des SCPL beschloß.

Die im Anschluß abgehaltene SC-Kneipe setzte die gute Stimmung, die schon am Convent geherrscht hatte, in fröhlicher Kneiplaune fort. Der doch rege Besuch, auch von Angehörigen anderer Verbände, war ebenfalls ein Zeichen, daß der SCPL hoffnungsfroh in seine Zukunft blicken kann.

 

Das zweite Jahr...

          ...begann mit dem SC am 23. Oktober 2004. Zur neuen Vorsitzenden Corporation wurde die jüngste Verbandscorporation, e.v. KÖML Austria zu Wolfsberg einstimmig gewählt. Der Vorsitz wurde im Rahmen des am Abend stattgefundenen Commerses feierlich übergeben. In seiner Festrede rief Fbr. Kallikrates eindringlich zum Zusammenhalten auf, ungeachtet etwaiger Anfeindungen. - Die eingeladenen Repräsentanten des MKV beehrten uns durch Nichterscheinen.

Stand: 3.11.2004; wird laufend aktualisiert.